Alles im Blick? Wo und wie Kommunen überall nach Förderungen Ausschau halten sollten
von Robin Schulze, Geschäftsbereichsleitung Steuerung und Finanzen
Email: r.schulze@nsi-consult.com, Tel: +49 172 2576634
Die Erkenntnis um die Notwendigkeit des Umgangs mit Fördermitteln ist in Kommunen längst kein Spezialwissen mehr. Dennoch ranken sich immer noch viele Mysterien oder falsche Vorstellungen um diese wichtige Sparte der Verwaltungswissenschaft. Bereits zu Beginn soll mit der Vorstellung aufgeräumt werden, dass es die eine einheitliche Übersicht gibt. Denn für eine umfassende Zusammenfassung bedarf es nicht nur mehrerer Beobachtungsebenen, sondern auch das Wissen um die korrekte Weise der Betrachtung, welche wir in der kommenden Abhandlung kurz umreißen möchten.
Der direkte Weg einer zuwendungsinteressierten Kommune dürfte in Richtung Landeshauptstadt gehen. Das Land bietet durch die Ministerien, aber auch über die jeweiligen Landesbanken eine reichhaltige Auswahl an Fördergelegenheiten. Unterhält die Landesbank eine Datenbank, ist hierbei schon einmal eine gute Anlaufstelle gegeben, welche regelmäßig konsultiert werden sollte. Doch auch Newsletter und die Sichtung von Pressemitteilungen sind nicht zu vergessen. Viele Förderprogramme werden nach dem sog. „Windhund-Prinzip“, also der fortlaufenden Antragstellung, bearbeitet, daher empfiehlt sich eine frühzeitige Antragstellung und die Notwendigkeit den Markt stets im Blick zu behalten, um kurzfristig reagieren zu können. Unterstützt werden kann dies durch einen engmaschigen Austausch mit dem jeweiligen landespolitischen Vertretung, in deren Wahlkreis die Kommune liegt. Kommunizierte Bedarfe, die Beschreibung der eigenen Finanzierungsmöglichkeiten und regelmäßige Rückfragen machen hierbei aus dem jeweiligen MdL einen wertvolle Unterstützung bei der Suche nach Zuwendungen.
Ähnlich verhält es sich mit der Bundesebene in Bezug auf Bundesministerien und die jeweiligen Mitglieder des Bundestags. Ein besonderes Augenmerk sollte in dem Bereich auf die Förderdatenbank des Bundes liegen. Ebenso wie bei den Landesförderungen ist zu betonen, dass Fördermittelmanagement eine regelmäßige Beobachtung der neusten Entwicklungen und aktiver Nachfrage beinhaltet. So angenehm das Herantragen von Fördergelder durch Abgeordnete sein mag – der arbeitsintensive Weg der proaktiven Suche gibt der Kommune, die sich für diesen Weg entschieden hat, am Ende des Tages recht. Da es in der Vergangenheit immer wieder zu Förderprogrammen mit bemerkenswert kurzer Antragsfrist gekommen ist, empfiehlt sich auch die aktive Nachfrage nach möglichen, künftigen Programmen, um mit der Erarbeitung eines Antrages in Vorarbeit zu gehen – so lässt sich zum Zeitpunkt der Auslobung bereits wertvolle Zeit bis zur Antragstellung einsparen.
Auch der Blick auf die europäische Ebene kann sich für größere Projekte lohnen. Besonders, wenn es um Projekt der Kooperation mit anderen Kommunen geht, kann hier eine Zuwendung die Möglichkeiten erhöhen. Einschlägige Datenbanken und fachspezifische Newsletter liefern auch hier die Grundlage für die Marktbeobachtung. Zwar ist das Feld der antragstellenden Mitbewerbenden deutlich höher, doch sollte auch hier der Grundsatz „Beobachten – Nachfragen – Anträge vorbereiten“ eine erfolgsversprechende Herangehensweise bilden.
Jenseits der europäischen Zuwendungsmöglichkeiten ist auch die Unterstützung durch Stiftungen ein lohnender Gedanke. Gerade kleinere Projekte der Kommune können durch regional oder sogar landesweit tätige Stiftungen die notwendige Finanzierung erhalten und so das gewünschte Projekt zur Umsetzung bringen. Dabei sind jedoch die Förderhöhen, Antragsmodalitäten und Fristen zur Einreichung so unterschiedlich, als dass ein erhöhtes Arbeitsvolumen in der Schaffung der Übersichtlichkeit über den Fördermarkt, der sich anbietenden Stiftungen, vorab zu investieren ist. Durch die oftmals unkomplizierten Antragsmodalitäten ist dies jedoch ein lohnendes Unterfangen.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass in den unterschiedlichen Bereichen die besondere Herausforderung für einen umfassenden Überblick im Fördergeschäft liegt. Gerade das Wissen über die verschiedenen Ansprechpersonen entscheidet jedoch über das Maß an Ausschöpfung der Fördermöglichkeiten, die einer Kommune zur Verfügung stehen. Ein gut aufgestelltes, kommunales Fördermittelmanagement oder, bei den fehlenden Ressourcen, der richtige externe Dienstleister ist hierbei von entscheidender Bedeutung.
Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.
Alexander Mittag
Robin Schulze

