Hinweise zur Umsatzsteuer ab 2021

Im Juni 2020 hatten wir Sie darüber informiert, dass die Bundesregierung als einen Baustein des Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets den Umsatzsteuersatz befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 von 19 % auf 16 % beziehungsweise von 7 % auf 5 % absenken wird. 

Einer Verlängerung der Absenkung der Umsatzsteuer erteilten Finanzminister Olaf Scholz sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel bisher eine klare Absage. Damit werden ab 1. Januar 2021 wieder die bisherigen Umsatzsteuersätze von 19 % beziehungsweise 7 % anzuwenden sein.

Wir empfehlen daher bereits jetzt folgende Vorgehensweise:

  1. Identifizieren Sie, bei welchen Rechnungen (eingehende und ausgehende) welcher Steuersatz anzuwenden ist. Es kommt auf das Leistungsdatum und nicht auf das Rechnungsdatum an. 
  2. Miet- und Leasingverträge sowie regelmäßige Zahlungen müssen eventuell auf die neuen Auszahlungsbeträge (sollte der Unternehmer die Umsatzsteuer an den Endverbraucher weitergegeben haben) angepasst werden oder mit der nächsten Zahlung verrechnet werden, wenn dieser Betrag bereits ausgezahlt worden ist.
  3. Erstattungen von Retouren unterliegen ab dem 01.01.2021 nicht grundsätzlich dem alten Steuersatz. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der ursprünglichen Lieferung.
  4. Offene Aufträge: Teilen Sie Leistungen, die zum Jahreswechsel noch offen sind oder sich in Bearbeitung befinden, auf. Die alten Umsatzsteuersätze 2021 werden nur fällig, wenn eine Lieferung oder Leistung ab dem 01.01.2021 ausgeführt bzw. beendet wird.

Um im Zeitraum vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 Teilleistungen durch Dritte mit 16% Umsatzsteuer für Sie abrechnen zu lassen, sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  1. Bei der Teilleistung muss es sich um einen wirtschaftlich abgrenzbaren Teil einer Werklieferung oder Werkleistung handeln
  2. Der Leistungsteil muss, wenn er Teil einer Werklieferung ist, abgenommen worden sein (gesonderte Abnahme); ist er Teil einer Werkleistung muss er vollendet oder beendet worden sein.
  3. Es muss vereinbart worden sein, dass für Teile einer Werklieferung oder Werkleistung entsprechende Teilentgelte zu zahlen sind. 
  4. Das Teilentgelt muss gesondert abgerechnet werden

Wichtig ist: Welche vertraglichen Regelungen liegen vor?

Was haben Sie schlussendlich vereinbart?

Steuersatz bei Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen:

Seit dem 01.07.2020 gilt mit Ausnahme der Getränke der ermäßigte Steuersatz gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG von 5 %. Ab dem 01.01.2021 gilt dann der wieder angehobene ermäßigte Steuersatz von 7 %.  Ab dem 01.07.2021 muss wieder entschieden werden, ob die Leistung vor Ort oder „to go“ in Anspruch genommen wird. Die Finanzverwaltung (BMF Schreiben vom 02.07.2020, BStBl 2020 I S. 610) hat zudem eine Vereinfachungsregelung veröffentlicht. Sollten Pauschalen für Getränke und Essen angeboten werden, wird es nicht beanstandet, wenn der auf die Getränke entfallende Eigenanteil mit 30 % des Pauschalpreises angesetzt wird.

Sprechen Sie uns an, wir helfen und unterstützen Sie bei dem rechtssicheren Umgang mit der Umsatzsteuer. 

Herr Robin Schulze
Geschäftsbereichsleitung Steuerung und Finanzen
E-Mail: r.schulze@nsi-consult.com
Mobil: +49 172 2576634

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